Briefwechsel Götz Kubitschek - Richard Wagner

Aus Inrur

Briefwechsel zwischen Götz Kubitschek und Richard Wagner

2010

Vom Tontaubenschießen: Wie Götz Kubitschek versucht, die Frontlinien zu verschieben Störungsmelder 12. April 2010 um 21:06 Uhr

Sezession blog

Götz Kubitschek Briefwechsel mit dem Schriftsteller Richard Wagner

21. April 2010 Götz Kubitschek
Briefwechsel mit dem Schriftsteller Richard Wagner

Sezession Magazin Heft 35 April 2010 Wo ist das Ganze, was ist es wert?
Briefwechsel zwischen Götz Kubitschek und Richard Wagner <

Götz Kubitschek
Sezession blog
Zur Debatte gestellt
Vom Umgang mit Autoren
...und daß der Schriftsteller Richard Wagner der Teilveröffentlichung unserres Briefwechsels zugestimmt hat,
ist eine große Ausnahme.
Auch ihm gegenüber sprach ich übrigens das Risiko dieses Abdrucks an...

...Das ist an und für sich so skandalös für ein freies Land, daß man es immer wieder thematisieren muß,
in der aktuellen Sezession also mittels des Briefwechsels zwischen Richard Wagner und mir.
Das ist dann „politisches Verhalten“ von der Kragenweite, die zu uns paßt: der Nachweis beleidigender,
unwürdiger, stickiger Mechanismen....

"Junge Freiheit" 18/10 30. April 2010
Zeitschriftenkritik: Sezession
Die Gestalt des Demokraten

Thorsten Thaler

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Zu den klügsten Gegenwartsautoren hierzulande zählt der 1952 im Banat geborene,
nach Einschränkung seiner Publikationsmöglichkeiten 1987
in die Bundesrepublik ausgereiste
und seither in Berlin lebende
Schriftsteller und Publizist Richard Wagner.
Seine essayistischen Bücher „Der deutsche Horizont“ (2006) und „Es reicht.
Gegen den Ausverkauf unserer Werte“ (2008) sind als Denk- und Streitschriften lesenswert für alle,
die sich um Deutschland sorgen,
weil sie sich ein Sensorium für Fehlentwicklungen und deren Ursachen bewahrt haben.

Jetzt hat Wagner mit dem verantwortlichen Redakteur der Sezession, Götz Kubitschek,
einen Briefwechsel geführt,
der mit Zustimmung Wagners in der aktuellen Ausgabe
der sechsmal im Jahr erscheinenden Zeitschrift erschienen ist.
Darin geht um es Fragen der Meinungsfreiheit in einer Demokratie,
um Gesinnungskontrolle und innere Zensur („freiwillige Selbstkontrolle“),
es geht um die Begriffe Volk und Nation,
Erscheinungen des Konformismus und eine politische Rechte,
die Verfaßtheit unseres Gemeinwesens,
kurz: um „das solide Ganze“ (Wagner).

Einig sind sich die beiden Diskutanten in der Feststellung,
daß es in Deutschland sowohl eine verordnete als auch vor allem eine Selbstzensur des Sagbaren gibt.
Als einen wesentlichen Grund dafür benennt Wagner
höchst unkorrekt die Gestalt des Demokraten,
der im Rückblick auf die jüngere deutsche Vergangenheit in der ständigen Angst lebe,
ihm könnte die Demokratie entgleiten.
Alles erscheine ihm gefährdet, von den Institutionen bis zum eigenen Glauben.
Weil eine reale Gefährdung aber nicht in Erscheinung treten will, so Wagner,
sucht man sie in Meinungsäußerungen aufzuspüren.
Die Frage, ob man etwas überhaupt sagen dürfe,
sollte sich in einer freien Gesellschaft eigentlich erübrigen;
statt dessen haben wir uns daran gewöhnt.
„Unsere Leitkultur ist die Tabuisierung“, schreibt Wagner.
Und weiter: „Der öffentliche Raum verfällt durch Verbote,
er verödet aber auch durch Opportunismus. (…)
An seinen Rändern stapeln sich die Schubladen,
die die Namen der Regelverletzer und die Namen der Regelverletzungsthemen beinhalten.“

Skeptisch zeigt sich Wagner gegenüber Volk und Nation als Bezugsrahmen;
beide seien „so vielfältig parzelliert und verschachtelt,
daß sie kaum noch als Phänomen feststellbar sind“.
Die „Gesellschaft“ habe das Volk beerbt
und versorge es nun mit „Gebrauchsanweisungen“,
weil es das „mehrheitlich so will oder so zu wollen glaubt“.
Die „rechte Fragestellung“ habe sich zu einem „Gestus des Protests verkleinert“.
Hier widerspricht Kubitschek seinem Briefpartner,
insistiert auf der Diskursfähigkeit einer Neuen Rechten
und fragt: „Wo ist das Ganze, was ist es wert?“

Außer dem Briefwechsel enthält die Sezession
unter anderem Aufsätze über den Soziologen Helmut Schelsky, Europas Zukunft,
die Brisanz der freien Rede,
Propaganda im Irak,
ein Interview mit dem Islamkritiker Udo Ulfkotte über „geistige Landesverteidigung“,
Beiträge über Thilo Sarrazin
und den Schriftsteller Christian Kracht
sowie eine Fülle interessanter Buchrezensionen,
die zu weiterer Lektüre anregen.

Sezession, Rittergut Schnellroda, 0628 Albersroda, Tel./Fax: 03 46 32 / 9 09 42.
Das Einzelheft kostet 10 Euro, ein Jahresabo 45 Euro. Internet: www.sezession.de