Chemnitzer TU: „Dr. Anti-Antifa“ – Akademischer Titel vom Fließband

Aus Inrur

Chemnitzer TU:
„Dr. Anti-Antifa“ – Akademischer Titel vom Fließband

Nachdruck
des Artikels von Raimund Hethey
aus der Zeitschrift:
Der Rechte Rand – Informationen von und für AntifaschistInnen,
Nummer 83 – Juli-August 2003

http://web.archive.org/web/20070720064746/http://www.freibaerger.de/texte/txt2.htm

http://www.trend.infopartisan.net/trd1203/t071203.html

Sie wittern Morgenluft, die Anti-Antifa Propagandisten und haben sich in ihren Zirkeln auf den Tag eingerichtet, an dem die Sozialdemokratie die Löffel der Macht an die CDU/CSU abgeben muss.
Rot-Grün hat es in all den Jahren an der Regierungsmacht nicht geschafft, den Gegnern des Antifaschismus das Handwerk zu legen, was vermutlich auch nie das Ziel der Politik gewesen ist, auch wenn in Wahlkämpfen mit dem „Antifaschismus“ oder „Aufstand der Anständigen“ gegen Rechtsextremismus kokettiert wurde.

Die letzten Veröffentlichungen der Anti-Antifa-Strategen, besser Verharmloser des (deutschen) Faschismus, sind im ReRand bereits beschrieben worden und deshalb soll hier nur auf einige Besonderheiten eingegangen werden.
Es geht nicht um obskure Verschwörungstheorien oder gemeine Denunziationen, sondern um die Aufklärung von Zusammenhängen, die für das politische Handeln von AntifaschistInnen von Belang sein werden.

Die Publikationen wie „Das ‚antifaschistische Milieu’“ (Dissertation von Claus-M. Wolfschlag), „Das Handbuch des Linksextremismus“ (beide Leopold Stocker Verlag) sowie „Stigmatisiert“ (Aton Verlag) und die Vorträge bzw. Themen in einschlägig bekannten pseudo-akademischen Institutionen wie dem „Studienzentrum Weikersheim“ (Vorsitz: Prof. Klaus Hornung), dem „Institut für Staatspolitik“ (Dr. Karlheinz Weißmann) oder „Projekt SED-Staat an der FU Berlin“ (Prof. Manfred Wilke) belegen, dass „Anti-Antifa“ nicht nur vom militanten Straßen-Nazi, sondern auch von mit akademischen Weihen ausgezeichneten Professoren betrieben wird.
Vom Schreiberling im Nazi-Skin-Zine bis zum Redakteur des „Rheinischen Merkur“ oder dem Verbandsorgan des „Bundes der Selbständigen“ (Nordrhein-Westfalen) reicht das Engagement gegen Menschen, die sich gegen den alltäglichen Rassismus und neo-nazistischen Umtrieben zur Wehr setzen.
Allen Anti-Antifaschisten ist der revisionistische Umgang mit dem Nationalsozialismus, ein abgrundtiefer Hass auf alles, was irgendwie den Hauch von Kommunismus umgibt und der Glaube an den Kapitalismus der bürgerlich-patriarchal strukturierten Gesellschaft gemeinsam.

AntifaschistInnen werden zum „Anprangerer“, „Denunzianten“ und „Kriminellen“, während den eigenen Autoren Wissenschaftlichkeit nachgesagt wird.
„Im Gegensatz zu den Moderys dieser Republik sind die Autoren des Handbuchs um Objektivität bemüht.
Es geht ihnen um die Bewahrung oder Wiederherstellung des antitotalitären Konsenses in unserem Land, der aufgrund der Indifferenz des bürgerlichen Lagers gegenüber linksextremistischer Agitation ins Wanken geraten ist“, schreibt etwa Bertram Dickerle, nachzulesen auf der Homepage vom „Studienzentrum Weikersheim“.
Die Autoren des "Handbuch des Linksextremismus", neben den Herausgebern Hans-Helmuth Knütter und Stefan Winckler (Criticon, Epoche, Der Selbständige) sind es Alexander Helten, Bernd Kallina (Deutschlandfunk), Peter Meier-Bergfeld (Rheinischer Merkur, Deutschlandmagazin), Klaus Motschmann (Evangelische Notgemeinschaft), Werner Olles (Junge Freiheit), Sebastian Prinz (Forschungsverbund SED-Staat, Promotionskolleg TU Chemnitz), F. Roland A. Richter (Criticon, Gegengift) und Claus-M. Wolfschlag (Wir Selbst, Synergon Deutschland, Junge Freiheit), bieten „Gewähr für eine wissenschaftlich fundierte Arbeit.
Neben Fallstudien u. a. zur Wirkung der 68er in der evangelischen Kirche, der "Revanchismus-Keule" gegen die deutschen Heimatvertriebenen und ihre Verbände, zur populärkulturellen Verstrickung sogenannter "alternativer Kommunikationsformen" und zur extremen Linken im Internet, ist in diesem Handbuch eine umfangreiche Chronik des Linksextremismus von 1968 bis 1999 zu finden“, so ist im Ostpreußenblatt zu lesen. Verfasser des Beitrags ist Wilfried Böhm.
Zusammen mit den Herausgebern des von ihm rezensierten „Handbuchs“ hat er sich in dem Ableger des „Bundes der Selbständigen“ (BdS) Nordrheinwestfalen, der „Stimme der Mehrheit“ organisiert.
Seit 1997 existiert dieser obskure Verein, der für sich in Anspruch nimmt, die Mehrheit der Bevölkerung zu vertreten.
Neben hausbackenen Rezepten für Mittelständler (Steuersparen, Geldanlagen, Rechtsberatung) werden im Magazin „Der Selbständige“ regelmäßig die Werke der Autoren mit wohlwollenden Besprechungen beworben, welche die „intellektuelle“ Spitze der Anti-Antifa in der Bundesrepublik bilden. Der Nachwuchs wird an bundesdeutschen Universitäten herangezogen und zur Promotion geführt.
Seit April 2003 existiert besipielsweise an der TU Chemnitz ein Promotionskolleg, das von der CSU-nahen „Hanns – Seidel – Stiftung“ gefördert und von Prof. Eckhard Jesse betreut wird.
18 DoktorandInnen arbeiten am Thema „Politischer Extremismus und Parteien“ im Fachgebiet Politikwissenschaft.
„Das Thema Extremismus sorgt nicht nur in Deutschland immer wieder für Schlagzeilen“, heißt es in einer universitären Pressemitteilung, „ Von beiden Seiten des politischen Spektrums werden Beispiele dafür geliefert, dass Prinzipien wie Menschenrechte, Toleranz und politischer Pluralismus auch in einer Demokratie keineswegs unangefochten sind.
Um dieses Thema wissenschaftlich tiefer zu ergründen, wurde im Fachgebiet Politikwissenschaft der Technischen Universität Chemnitz das Promotionskolleg „Politischer Extremismus und Parteien“ eingerichtet.“

Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts steht laut Jesse die vergleichende Extremismusforschung, in der die Rolle von Parteien besonders berücksichtigt wird, wobei Vergleiche zwischen rechten und linken Extremismen ein spezielles Augenmerk gilt.
Die auf der Homepage der TU Chemnitz einsehbaren Exposes der zukünftigen Dissertationen machen deutlich, worum es eigentlich geht. Wer glaubt, an der TU Chemnitz werde in absehbarer Zeit, die Gefährlichkeit des mörderischen Neo-Nazismus ergründet und wissenschaftlich belegt, täuscht sich gewaltig; denn in den meisten Arbeiten wird es um den Nachweis darüber gehen, wie gefährlich die PDS für die bundesdeutsche Demokratie ist.
Die „Sozialistische Reichspartei“ (SRP) wird zur „Partei neuen Typs“ und als „erstes ernsthaftes Experiment kurz nach dem Kriege eine rechtsextreme Sammlungsbewegung ins Leben zu rufen“ vorgestellt.
Die DVU wird unter dem Aspekt erforscht, ein kommerzielles Netzwerk zu sein.
Eine weitere Arbeit wird sich mit der Frage auseinandersetzen, ob der Kopf der französischen „Nouvelle Droite“, Alain de Benoist, überhaupt als „rechtsextremistisch“ bezeichnet werden darf.
Die StipendiatInnen sind zum Teil keine Unbekannten, einige sind aus den Reihen des RCDS, der Burschenschaften, andere haben bereits in einschlägigen Publikationen ihre ersten Lorbeeren verdient, z.B. als Unterzeichner von Appellen der „Jungen Freiheit“ oder in Sammelbänden, die im Umfeld der „Stimme der Mehrheit“ publiziert worden sind. Andere kommen von Forschungsbereichen anderer Universitäten wie z.B. vom „Forschungsverbund SED-Staat“ an der Freien Universität Berlin, der vom ehemaligen Funktionär der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Prof. Manfred Wilke geleitet wird.
Dort arbeitet auch Prof. Bernd Rabehl mit. Wilke und sein Adlatus Sebastian Prinz, bemühen sich eifrig die Gefährdung der BRD durch die PDS und durch den Antifaschismus wissenschaftlich zu belegen.

Der Sammelband „Stigmatisiert“, mitherausgegeben vom Chefredakteur des Magazins „Der Selbständige“, Joachim Schäfer, auch bei der „Stimme der Mehrheit“ aktiv, verfolgt ein etwas anderes Ziel, die Rehabilitierung von Männern, die in der Öffentlichkeit als Verharmloser des deutschen Faschismus oder als Sympathisanten von faschistoiden Meinungen und Zirkeln durch AntifaschistInnen benannt wurden.
Aus Hans Filbinger, Siegmar Faust, Lothar Groppe, Steffen Heitmann, Heiner Hofsommer, Martin Hohmann, Ernst Nolte, Bernd Rabehl, Gerd Schultze-Rhonhof, Dieter Stein und seiner „Junge Freiheit“ sowie Kurt Waldheim werden Opfer der Antifa und der „political correctness“.
Über die vom deutschen Faschismus verfolgten und ermordeten Menschen und den seit 1990 über hundert umgebrachten BürgerInnen in der Bundesrepublik Deutschland wird von den Anti-Antifa-Strategen kein Wort verloren.