Eckhard Bednarski

Aus Inrur

"Junge Freiheit" 28/07 06. Juli 2007
Je kälter der Winter, desto höher die Feuer
Freibund: Karlheinz Weißmann erinnert an die Ikonen der Jugendbewegung /
Sommerlager in Ostpreußen
von Eckehard Lob

Ikonen der Jugendbewegung" lautete das Vortragsthema des Historikers Karlheinz Weißmann
auf der diesjährigen Sommersonnenwende des Freibundes am 23./24. Juni im Süden Niedersachsens.
Der Freibund sieht sich in der Tradition der Bündischen Jugend der Weimarer Zeit,
und Weißmann verschaffte den etwa 150 Zuhörern
einen Einblick in die geschichtliche Entwicklung der Deutschen Jugendbewegung:
von den Anfängen der Wandervogelbewegung vor der Jahrhundertwende
bis hin zur Auflösung und dem Verbot im Dritten Reich.

Das "Lichtgebet" von Fidus, ein Gemälde eines Jünglings, der allein auf einem Felsen stehend die Sonne begrüßt,
ist eine dieser "Ikonen der Jugendbewegung".
Dieses Gemälde spiegelt die Ideale der Lebensreform- und Jugendbewegung von damals und heute besonders ausdrucksstark wider.
Naturverbundenheit und Freiheitsliebe gehören zu den Eckpfeilern des Gedankenguts der Jugendbewegung.
"In den von Weißmann gezeigten Gemälden und Bildern finden auch wir uns noch wieder.
Die prägenden Figuren der Wandervögel und der Bündischen Jugend
geben uns ein Vorbild für ein bewußt geführtes Leben", äußert sich Eckhard Bednarski,
Verantwortlicher des Freibundes für den Norden, begeistert über den Bildvortrag.
"Heute führen diese Tradition zwar nur noch wenige Bünde fort,
um so wichtiger ist es da, daß gerade wir eine kontinuierliche und unabhängige Jugendarbeit
für Kinder und Jugendliche anbieten."

Am Abend sieht man, was Eckhard Bednarski meint.
Beim Volkstanz, der fester Bestandteil des Bundeslebens ist, finden Jung und Alt, erfahrene Tänzer und Neulinge schnell zueinander.
Später wandern sie zum großen Sonnenwendfeuer.
Ein imposantes Bild bietet sich den Besuchern.
Das meterhohe Feuer erhellt die Nacht weithin,
ein kleines Orchester verstärkt diese einzigartige Atmosphäre noch,
und bis spät in die Nacht klingen die Lieder.

Auch wenn heute bei diesem Fest das Mystische und Naturreligiöse weitestgehend in den Hintergrund gerückt ist,
feiern noch viele Menschen in Europa und Deutschland die Sonnenwende.
Je deutlicher sich die Temperaturunterschiede zwischen kaltem Winter und warmem Sommer zeigen,
desto größer war die Bedeutung der Sonnenwende.
Im hohen Norden Europas, wo es an diesem Tag gar nicht mehr dunkel wird,
hat die Sonnenwende daher einen höheren Stellenwert eingenommen als in Südeuropa.
Heutzutage hat dieses Fest seine Bedeutung weitgehend verloren.

"Was der Zeitgeist vorgibt, interessiert uns nur am Rande.
Wichtig ist uns, ein ausgeglichenes Geschichtsbewußtsein zu fördern.
Dazu gehört das Feiern der Sommersonnenwende genauso wie die Geschichte der Jugendbewegung",
faßt Bednarski das zu pflegende Brauchtum zusammen.

Im Sommer nun will der Freibund vom 28. Juli bis 12. August nach Ostpreußen aufbrechen
und in den Masuren ein zweiwöchiges Jugendlager organisieren.
Weißmann hat den Freibündern mit auf den Weg gegeben, daß die Weiten Ostpreußens von jeher die Jugendbewegten in ihren Bann zogen.
Aber das wußten sie bestimmt auch schon vorher.

Weitere Informationen: Der Freibund e.V., Postfach 1505, 37005 Göttingen, E-Post: kontakt@freibund.de

echtefreude-freibund.de

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