Kai Borrmann "Der Koran als Topic Map" 12. Mai 2008 python-forum.de

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Kai Borrmann
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Der Koran als Topic Map
Verfasst: Montag 12. Mai 2008, 18:04
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Das verwundert wenig, sieht man sich die Kreise an, die G. Bock in "seinem Engagement" unterstützen.
Zu diesen Mitstreitern gehört neben dem Hausmeister Jürgen Krämer vor allem der Islamwissenschaftler Dr. Kai Borrmann.
Am 23. Juli 2007 teilt Borrmann im größten islamophoben Internetportal im deutschsprachigen Raum,
www.politicallyincorrect.de (PI), unter seinem Nickname KIM mit:
"In der vergangenen Woche habe ich mit einigen Leuten zusammen den Verein 'Berliner Nachbarschaftshilfe e.V.' gegründet.
Ein Arbeitsschwerpunkt ist der Kampf gegen eine illegale Moabiter Hinterhofmoschee, das 'Haus der Weisheit'.
Das könnte ziemlich heiß werden."
Zur Rolle Borrmanns im Nachbarschaftsverein schreibt G. Bock am 29.07.2007:
"Unsere Mitglieder wurden um Verständnis dafür gebeten, dass es geradezu gefährlich ist, sich mit den Medien einzulassen.
Gleichzeitig schulen wir: Man sollte schon etwas über den Islam wissen,
wenn man mit Leuten, welche auch böse Absichten haben können, richtig argumentieren will.
Hier hilft uns ein Doktor der Islamwissenschaften, der bei uns im Vorstand ist."
Diese "Schulung" ist eigentlich darauf angelegt, sich den Mantel des besorgten Bürgers und Biedermannes umzuhängen,
dem es lediglich um "Aufklärung über die drohende Islamisierung Deutschlands" gehen würde.
Seine deutschnationale Gesinnung kann G. Bock jedoch nicht ganz verbergen,
wie aus seinen weiteren Ergüssen abzulesen ist.
So eröffnete der Vorsitzende des Vereins V.B.N., G. Bock,
Ende Juni 2007 in einem weiteren islamophoben Internetportal,
das sich www.gruene-pest.de nennt, unter dem Nickname Skipperberlin eine "Diskussion"
unter dem Titel "Moschee in Berlin-Moabit - Terrorisierung der Nachbarschaft".
Seine Beiträge unterschreibt Bock mit folgender Losung:
"Immer klaren Kurs halten - und dann 'Feuer frei' aus allen Rohren!".
Neben der umfangreichen Darstellung des Nachbarschaftskonfliktes schreibt er,
dass er "vergeblich" ein "Stoßgebet nach oben" geschickt habe,
Gott möge "unter dieser Ansammlung von ... an einem Freitag so gegen 13:50 Uhr
eine vielleicht noch verträumt unter dem Gebäude liegende Fünfzentner-Fliegerbombe hochgehen lassen".
Die weiteren Aufrufe und Erklärungen G. Bocks zeigen die Absicht,
sich mit Gleichgesinnten überregional zu vernetzen,
um dadurch der lokalen Isolation und Marginalität zu begegnen.
Diese Vernetzungsaktivitäten finden nicht nur virtuell im Internet statt,
wie die weiteren Entwicklungen zeigen, auch wenn "die Erfolge" noch sehr bescheiden ausfallen.
So schreibt G. Bock:
"Wir wissen genauso gut wie Sie,
dass die unverschämten Forderungen der als Wölfe im Schafspelz getarnten 'braven, unschuldigen Muslime'
ein genau umrissenes Ziel vor Augen haben:
Deutschland die Zwangs-Islamisierung zu bescheren!
Dies wäre das endgültige 'Aus' für unser Land und seine gesamte Bevölkerung!
Wer bereits organisiert ist, sollte seine Gruppe deshalb mit allen Kräften in ihren Bemühungen, noch mehr Elend zu verhindern, vorbehaltlos unterstützen.
Für alle Gruppen, Vereine, Interessenverbände usw. in diesem Bereich ist es zwingend notwendig, sich gegenseitig nach Kräften zu unterstützen - und zwar bezirksübergreifend !!!
Anders können wir jetzt schon 'einpacken!'...
Nicht nur wir hier in Berlin-Moabit sind gefordert! In Bedrängnis sind die deutschen Mitbürger in Pankow-Heinersdorf und auch in Charlottenburg will der Islam seinen Ei nfluss vergrößern, nachdem dies in Neukölln nicht geklappt hat.
Da darf wirklich KEINER mehr tatenlos zusehen! ... GEMEINSAM werden wir einiges erreichen! Skipperberlin, 1. Vors. V.B.N."

Insgesamt 11 Seiten umfasst diese Diskussion, bis sie kurz vor dem 11. September 2007 für nicht registrierte Leser geschlossen wird.
Bock stellt ausführlich seine Sicht des Konfliktes dar
und ergänzt diese Darstellung um jede weitere Entwicklung, die sich im Kiez vollzieht.
Sein Aufruf zu Vernetzung und Unterstützung blieb derweil nicht ungehört.
Am 29.7.2007 drei Pünktchen im Original, gemeint sind die Teilnehmer des Freitagsgebets im HdW www.gruene-pest.de/showthread.php?t=240614, 28.07.2007
ebenda
Blickpunkt Demokratie und Extremismus 2|11|2007
erklärt Bock, "noch nicht einmal eine Website" zu haben, "weil ich zu dämlich bin, sowas auf die Beine zu stellen".
Der Vorsitzende der Pankow-Heinersdorfer "Bürgerinitiative" gegen den dortigen Bau der Ahmadiyya-Moschee, Joachim Swietlik, stellt den Moabiter Freunden zunächst die auf ihn registrierte Seite www.fargo-berlin.de zur Verfügung, bis G. Bock am 19.8.07 eine eigene Internetseite seines Vereins VBN bekannt geben kann.
Die Bitte um "Unterstützung, Tipps und Ratschlägen" erfolgt auch über das islamophobe Portal www.politicallyincorrect.de, wo der Islamwissenschaftler Dr. Kai Borrmann Ende Juli 2007
den Nachbarschaftsstreit als Beispiel des "Leidens der Ureinwohner unter der Berliner Multi-Kulti-Politik" einstellte.
Das, so Bock, habe dazu geführt, dass er ziemlich viel Post bekomme.
Während für Borrmann die Rechtsextremen als Kooperationspartner schon rein intellektuell unakzeptabel sind, ist die Abgrenzung Bocks vom rechtsextremen Rand eher taktisch motiviert:
"Es ist klar, dass gewisse als extrem rechts stehend gehandelte Gruppierungen Ereignisse wie die 'Terrorisierung von Moabiter Mietern durch Ausländer' zum Anlass nehmen, da 'einzusteigen', um dann damit ihr eigenes Süppchen zu würzen.
Sie würden unserer Sache damit nur schaden.
Nicht umsonst sagt der Volksmund: 'Sage mir, mit wem Du umgehst - und ich sage Dir, wer Du bist.'
Es muss in diesem Zusammenhang aber auch festgestellt werden, dass wir 'keine Gesinnungsschnüffelei' betreiben und nicht danach fragen, ob jemand ein Parteibuch in der Tasche hat und - falls ja - welches.
Maßgeblich ist, wie er sich als Mitglied verhält. ...
Und darüber zu entscheiden, ob jemand 'gut' oder 'böse' ist, 'behalten wir uns selbst vor' und überlassen dies nicht irgendwelchen Idioten und erst recht nicht denjenigen, welche deutsche Mitbürger nur deshalb als angebliche Nazis bzw. Rassisten besudeln, weil sie dies als 'Mittel zur gezielten Volksverblödung' ansehen oder noch verachtenswertere Gründe dafür haben. ...
Wer zu uns kommt, kann ganz beruhigt sein: Wir sind zusammenzukommen, um etwas in Bewegung zu setzen.
Dies setzt unter anderem voraus, dass wir 'den eigenen Stall' sauberhalten. Mit freundlichen Grüßen Skipperberlin."
99 Während Bock für den lokalen Konflikt in Moabit "zu ständig" ist,
geht es Borrmann darum, diesen Konflikt zu nutzen,
um die verschiedenen lokalen Anti-Moscheebau-Akteure (Heinersdorf, Moabit und Charlottenburg – geplanter Bau des Moschee- und Kulturhauses des Vereines Inssan e.V. im Bereich Mierendorffplatz) miteinander zu vernetzen.
Dafür nutzt Borrmann das "Aktionsforum gegen die Islamisierung Europas - www.gegen-islamisierung.info.
Ziel ist es auch, bereits im Vorfeld Konflikte zu schüren, wie das "Engagement" in Charlottenburg zeigt,
wo Anwohner mobilisiert werden sollen, sich gegen das
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www.politicallyincorrect.de/2007/07/berlin-multikulti-und-das-leiden-der-ureinwohner/
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ebenda
Blickpunkt Demokratie und Extremismus 2|11|2007
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Bauvorhaben des Vereins Inssan e.V. zusammenzuschließen.
Für seine Argumentation instrumentalisiert Borrmann auch Erkenntnisse zum Verein Inssan e.V., die das ZDK in seiner Kommunalstudie für den Bezirk Mitte im März 2004 vorgelegt hat.
"Das gemeinsame Merkmal bei allen Moscheebaukonflikten ist",
so Borrmann, "dass die Gegenwehr der Bürger erst dann auf die Beine kommt, nachdem die Bauvereine im Stillen Zeit hatten, einen Teil der Lokalpolitiker auf ihre Seite zu ziehen.
Es kommt also darauf an, nach Bekanntwerden eines solchen Projektes möglichst rasch Breitenwirkung zu entfalten. Daher möchte ich mich mit einigen Leuten austauschen, um einen Maßnahmenkatalog auszuarbeiten, den man im Fall der Fälle an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen kann".
Konkrete Bündnispartner und Strategien sind für Borrmann: "Öffentlichkeit herstellen, z.B. über den 'Bundesverband der Bürgerinitiativen'
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. Falls schon etwas Konkretes zu berichten ist, Web blogs benachrichtigen, z.B. Kewils 'Fakten und Fiktionen' oder 'Politically Incorrect' (dort wird heute Abend über unseren Verein in Moabit berichtet). Vernetzung durch Flugblattaktionen in der betroffenen Nachbarschaft.
Anfragen an das jeweilige Stadtbauamt (sind zur Auskunft verpflichtet).
Und neuerdings gibt es auch immer mal einen Lokalpolitiker, der ins Lager der Islamisierungsgegner geschwenkt ist.
Nicht nervös, ängstlich oder persönlich werden und auf Seiten der Gesetze bleiben.
KIM, 28.07.2007."
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Gleichzeitig strebt Borrmann an, einen Berliner Landesverband der Anti-Islam-Bewegung "Pax Europa: für Europa - gegen Eurabien" des umtriebigen Journalisten Udo Ulfkotte zu gründen, bislang jedoch ohne nennenswerten Erfolg.
So kamen wohl lediglich 5 Interessierte zu einem von Borrmann initiierten Treffen Ende August 2007.
Dass es Borrmann nicht um "Aufklärung" und sachliche Islamkritik oder Warnung vor islamistischen Entwicklungen geht, lässt sich nicht nur durch seine Unterstützung des VBN und dessen Vorsitzenden G. Bock verdeutlichen.
So fragt Borrmann (KIM) süffisant in einer Diskussion auf PI am 26. Juli 2007: "Wo sehen Sie denn das Positive, das Muslime in unsere Gesellschaft einbringen können?"
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Ein Schlaglicht auf die wahren Absichten des Islamwissenschaftlers Dr. Borrmann
wirft auch die Überlegung, eine Diskussion über die Beschneidung von Jungen in Gang zu setzen.
Denn, so Borrmann, "die Genitalverstümmelung von Mädchen ist dem Islam nicht direkt anzulasten.
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gemeint ist der "BDB – Bundesverband der Bürgerbewegungen", der sich selbst bezeichnet als "Zusammenschluss von Bürgerbewegungen,
die sich für die Bewahrung freiheitlich-demokratischer Prinzipien und gegen die Bildung einer fundamental-islamischen Parallelgesellschaft in Deutschland engagieren".
Die rassistisch-islamophobe Intention des BDB offenbart sich u.a. in seinem "Wertheimer Appell", siehe: www.buergerbewegungen.de
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ehemals unter:
www.gegen-islamisierung.info/ (Aktionsforum gegen die Islamisierung Europas – Aktionen/Maßnahmen gegen die Islamisierung – Deutschland– Berliner Nachbarschaftshilfe e.V. – Moscheebaukonflikte in Berlin - Maßnahmenkatalog ausarbeiten)
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www.politicallyincorrect.de/2007/07/ein-forscher-in-trizonesien
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Die in Deutschland lebenden Muslime werden immer darauf verweisen können, dass dieser Brauch gewissermaßen eher einen 'Ausrutscher' darstellt, schärfere Maßnahmen dagegen treffen sie daher nicht auf ganzer Linie. Ganz anders verhält es sich mit der Verstümmelung von Jungen.
In Neukölln führen die türkischen Brautgeschäfte auch die Umhänge und Kronen, mit denen man kleine Jungs an ihrem 'Festtag' herausputzt.
Die Beschneidung von Mädchen ist eine heimliche Sache unter Frauen, die von Jungen wird zu einer wichtigen Familienfeier.
Dieser Brauch ist so zentral, dass eine Kampagne da gegen eine ungeheure Resonanz auslösen muss. ... Könnt ihr euch vorstellen, welche Wellen es machen wird, wenn man eine Diskussion darüber in Gang bringt? Kim".
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Noch stecken diese Vernetzungsversuche in den Kinderschuhen.
Doch hilft es wenig, die Gruppe um Bock und Borrmann mit den rechtsextremistischen Trittbrettfahrer von Pro Köln / Pro Deutschland (siehe www.berlin-brummt.de) zu vermischen, die sich ebenfalls des Moabiter Nachbarschaftskonfliktes "angenommen" haben, um daraus für sich ihr Potential zu schöpfen. Es handelt sich eben nicht nur um "den rechten Mob", wie es Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) gegenüber der Tageszeitung "Taz-Berlin" am 5. September 2007 geäußert hat.
Der Moabiter Verein VBN um Bock und Bor rmann hat über den IPAHB
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- Vorsitzenden, J. Swietlik nicht nur eine Vernetzung zu den Heinersdorfer Moscheebaugegnern erlangt,
sondern über diesen Weg auch zum CDU- Abgeordneten des Berliner Abgeordnetenhauses Rene Stadtkewitz, Mitglied im Ausschuss für Bauen und Wohnen.
Auch die gut gemeinte Reaktion des QM Moabit-West auf den Nachbarschaftsstreit zwischen Mietern der Waldstraße und dem Verein HdW geht an dem hier dargelegten Thema vorbei.
Das QM kündigte Ende Juli 2007 an, dass der Moschee-Verein und die Anwohner eine Mediation machen.
In der Ankündigung heißt es: "Die Konfliktparteien haben sich entschieden, ihren Streitfall mit der Unterstützung von Mediator innen des Mediationsprojektes Moabit West zu bearbeiten.
Eine Mediation unterliegt der unbedingten Vertraulichkeit.
Zudem ist es wenig sinnvoll, mit Veröffentlichungen zum Streitfall die Konfrontation möglicherweise noch zu verschärfen. Darum wird über den Streitfall auf der Webseite von Moabit West keine Berichterstattung erfolgen, solange der Konflikt durch eine Mediation eine Chance auf Lösung hat."
Die Mediatorinnen, heißt es weiter, werden Gespräche mit den am Konflikt Beteiligten führen und die Position der Mediatorinnen sei dabei vollkommen neutral.
Dieser Ansatz mag sinnvoll sein für die Mieter, die gesprächsbereit sind und denen es lediglich um die Lösung des Konfliktes "Lärmbelästigung" geht.
Was die Akteure des VBN - Bock, Borrmann und ihre Mitstreiter - betrifft, so gehen deren Ambitionen - wie geschildert - längst darüber hinaus.