Kulturelle Hegemonie

Aus Inrur

Definitionsmacht

Salonfaschismus / Neue Rechte


Kulturelle Hegemonie
in der deutschsprachigen wikipedia

Kulturelle Hegemonie bezeichnet nach Antonio Gramsci die Produktion zustimmungsfähiger Ideen.

Siehe auch

Rechter Gramscismus
in der deutschsprachigen wikipedia

Die Neue Rechte beruft sich nicht nur auf Vertreter rechten Gedankengutes,
sondern mit Antonio Gramsci auch auf einen marxistischen Intellektuellen.
Dessen Vorstellungen zur Erringung kultureller Hegemonie werden
– ohne weitere Beachtung seiner marxistischen Vorstellungen und Ideale – instrumentell als Machttechniken herangezogen.[19]

Da für einen angestrebten Umschwung zurzeit keine historischen Gegebenheiten,
wie eine Massenbewegung vorhanden sind, besteht der wichtigste taktische Ansatz der Neuen Rechten
in dem Anspruch, „Diskurshoheit“ in gesellschaftlichen Debatten und kulturelle Hegemonie zu erringen.
Dieses Prinzip beschrieb zuerst der marxistische Theoretiker der Kommunistischen Partei Italiens, Antonio Gramsci.
Er analysierte, dass gesellschaftliche Hegemonie auch im bestehenden System derart funktioniert:
Wolle man eine solche Hegemonie erreichen, müsse man danach streben,
durch publizistische Tätigkeiten den Elitendiskurs zu infiltrieren,
in Vereinen, Verbänden und Kultureinrichtungen mitzuarbeiten und auf dieser Basis
ideologische Inhalte in die gesellschaftliche Diskussion zu bringen,
letztlich Akzeptanz für sie zu schaffen und die öffentliche Meinung langfristig zu dominie
ren.
Sei dieses Ziel erreicht, dann sei die Gesellschaft „reif“ für einen Umsturz der Verhältnisse
durch eine zunehmende Zahl der Wahlanteile und Parlamentssitze bis zur Übernahme der Regierungsverantwortung.
Diese Strategie erscheint auch der Neuen Rechten interessant:
„Als wesentliches neues Element der ‚Neuen Rechten‘ gilt gemeinhin,
dass sie sich auf den italienischen Kommunisten Antonio Gramsci beruft und danach strebt,
die ‚kulturelle Hegemonie‘ zu erringen, um auf dieser Grundlage die politischen Verhältnisse umzuwälzen.“[20]

2005

Jungle World Nr. 9, 2. März 2005
Dossier von Ulrich Brand
Konsens und Kampf
Über Globalisierungskritik, Hegemonie und Gegen-Hegemonie.