Negationismus

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Negationismus
in der deutschsprachigen wikipedia

Als Negationismus wird vor allem in Frankreich (Négationnisme),
seltener auch in Großbritannien (Negationism) die Leugnung von Völkermorden bezeichnet.

Der Historiker Henry Rousso prägte den Begriff 1987.
Anders als der deutsche Begriff Holocaustleugnung
bezieht er sich nicht nur auf das Bestreiten, Verharmlosen und Relativieren des Holocaust am europäischen Judentum,
sondern auch auf das Abstreiten oder Minimieren anderer Völkermorde und Demozide.
Aktuell ist vor allem die Leugnung des Völkermords an den Armeniern Gegenstand der Rechtsprechung und Strafverfolgung in einigen Staaten Europas,
aber auch die Leugnung des Massakers von Srebrenica.[1][2]

Nach Gunnar Heinsohn befindet sich ein Leugner von Völkermorden in einem merkwürdigen moralischen Paradox:[3]

„Einerseits steht er mit dem Abstreiten im moralischen Konsens der Verurteilung von Völkermorden.
Andererseits schützt er mit dem Abstreiten die Mörder und plädiert damit für die Straflosigkeit dieses Völkermordes.“

Nach Deborah Lipstadt stellt die Leugnung eines Völkermordes dessen letzte Stufe dar,
da den Opfern und ihren Nachkommen damit auch noch das Recht auf das Gedächtnis an die erlittene Katastrophe genommen wird.